Eine Sache, von der ich überzeugt bin – von denen es einige zu geben scheint, so häufig wie ich das jetzt schon geschrieben habe –, ist, dass in (m)einem Leben alle Sachen irgendwie miteinander verknüpft sind bzw. man alle Dinge miteinander verknüpfen kann.

Dabei geht es aus meiner Sicht vor allem darum, was man aus unterschiedlichen Situationen lernen kann, wie man Gelerntes miteinander verknüpfen kann, um auch in vermeintlich artfremden Situationen davon zu profitieren.

Ein Beispiel, was mir da schnell in den Kopf kommt, ist die Verbindung zwischen meinem Job und dem Thema Fußball – beides spielt eine große Rolle in meinem Leben. Wie also kann ich Gelerntes aus dem Job für Fußball bzw. mein später mal angepeiltes Dasein als Trainer nutzen? Und wie Gelerntes aus dem Fußball für den Job?

Mini-Exkurs in meinen Kopf

Mein Kopf fragt mich nach den ersten Absätzen gerade “bist du dir sicher, dass du das hier machen willst? Was, wenn es nicht klappt? Schon ziemlich neu für dich, oder? Vielleicht lässt du es lieber, bevor du dich zum Deppen machst …”.

Wenn ich mich hiermit zum Deppen mache, habe ich immerhin wieder was gelernt und (trotzdem) den ersten Schritt getan. Wer weiß, wohin mich der noch führen wird.

Die Brücke zwischen dem Job & Fußball

Ich habe im Job die Möglichkeit, viele Dinge mitzugestalten – was einen echt großen Teil dazu beiträgt, dass ich meinen Job so gut finde, gerne mache und mittlerweile gar nicht mehr so richtig als Arbeit wahrnehme.

Aktuell kann ich mir viele Gedanken zum Thema Onboarding von neuen Kollegen machen und das Thema weiterentwickeln. Damit hängt in erster Linie mal die Fragen “wie soll hier eigentlich miteinander gearbeitet werden?” zusammen.

Damit hängt unweigerlich die Frage “worauf kommt es hier bei jedem Einzelnen an?” zusammen.

Und zusätzlich kommt dann noch die Frage “was muss hier als Basis eigentlich jeder – neue Leute, die aktuellen Kollegen und ich – kennen und wissen?” ins Spiel.

Was ist die Basis? Was braucht es als Fundament?

Drei Fragen, die sich – ein bisschen allgemeiner formuliert – sehr gut auf den Fußball und vermutlich noch so Einiges mehr übertragen lassen:

  • Was wird von einzelnen Personen erwartet?
  • Wie wollen wir eigentlich miteinander umgehen?
  • Was muss hier jeder kennen und wissen?

Wenn die drei Fragen beantwortet werden können, ergibt sich daraus denke ich schon einmal ein ziemlich solides Fundament.

Die Erwartungshaltung an einzelne Personen

Ich fange hier mal bei der zweiten gestellten Frage an, weil die Motivation des Einzelnen und die Fähigkeit zur Selbstreflexion aus meiner Sicht elementar sind – egal worüber wir reden. Wenn diese beiden Punkte – Motivation und Selbstreflexion – nicht passen, wird es im Hinblick auf die anderen Punkte schon sehr schwer.

Die eigene Motivation

Jeder Mensch muss von sich aus motiviert sein, etwas erreichen zu wollen. Also das beliebte Thema der intrinsischen Motivation. Beim Fußball oder Sport im Allgemeinen finde ich, dass die Basis nicht das Gewinnen an sich ist, sondern der Wille, immer das Bestmögliche zu geben, um sich darüber stetig weiterzuentwickeln.

Diesen Gedanken habe ich maßgeblich aus der Biografie vom Basketball-Coach JohnWooden. In Kurzform: Wenn man immer sein Bestes gibt, kann man sich selbst nichts vorwerfen. Was soll man auch mehr tun, als sein Bestes geben?

Warum nicht also auch bei der Arbeit diese Einstellung an den Tag legen?

Selbstreflexion

Im ersten Schritt muss man in der Lage dazu sein, sich ehrlich einzugestehen, ob man sein Bestes gegeben hat.

Wenn nicht, kann man zunächst an seiner eigenen Einstellung arbeiten, bis es funktioniert. Hier glaube ich nicht daran, dass das durch extrinsische Motivation funktioniert. Also ist man selbst gefragt.

Wenn man sein Bestes gegeben hat; gut. Dann gilt es, die Messlatte nach und nach höher zu legen, um immer und immer besser zu werden. Wenn die gegnerische Mannschaft oder der Gegenspieler schlicht und einfach besser waren, ist das für den Moment so. Wenn es bei der Arbeit aktuell etwas gibt, was man (noch) nicht kann, muss daran gearbeitet werden.

Dafür braucht es wiederum eine gute Selbstreflexion, um sich selber Schwächen eingestehen und / oder Feedback von anderen annehmen zu können, damit man an den Schwächen arbeiten kann.

Der Umgang miteinander

Haben alle begriffen und verinnerlicht, worauf es beim Einzelnen ankommt, ist das denke ich auch eine gute Basis für das Miteinander.

Alle sollten sich bewusst sein, dass jeder stetig versucht, sein Bestes zu geben und sich weiterzuentwickeln. Ist das nicht der Fall, muss darüber gesprochen werden. Da müssen alle an einem Strang ziehen und sich auch gegenseitig unterstützen – ein ehrlicher und offener Umgang miteinander ist das Credo. Wenn ich die Chance sehe, anderen in ihrer Entwicklung zu helfen, sollte ich das tun. Ich selbst muss aber auch Feedback von anderen annehmen.

Zu dem Punkt “wie wollen wir miteinander umgehen” gibt es sicherlich noch viele Aspekte, die es zu bedenken gilt. Ein offenes und ehrliches Miteinander ist aus meiner Sicht aber definitiv das Fundament, auf dem die anderen Aspekte aufgebaut werden müssen.

Was muss jeder kennen und wissen?

Bei der Frage nach dem Basiswissen wird es jetzt schon deutlich schwieriger, etwas Allgemeingültiges zu formulieren, weil die Frage nach richtig oder falsch stark vom Unternehmen oder auch der Fußballmannschaft abhängt.

Für die Arbeit muss zum Beispiel klar sein,

  • was die Vision bzw. das daraus abgeleitet Ziel ist,
  • welche Tools wie genutzt werden,
  • wie und auf welche Weise mit Kunden kommuniziert werden soll,
  • mit welcher Methode in Projekten gearbeitet wird oder
  • wie 1:1-Feedback ablaufen soll.

In der Fußballmannschaft zum Beispiel

  • wie sich bei Ballverlust verhalten werden soll,
  • welche Grundaufstellung es bei gegnerischem Ballbesitz gibt,
  • ob eher lange oder kurze Bälle gespielt werden sollen,
  • die Stürmer eher in die Tiefe gehen oder entgegenkommen,
  • wie sich bei Standartsituationen verhalten werden soll oder
  • wann ein taktisches Foul angebracht ist.

Zugegeben, die Beispiele haben wenig miteinander gemeinsam. Aber, wenn solche grundsätzlichen Dinge nicht klar oder geklärt sind, kann im Miteinander nicht über richtig oder falsch gesprochen werden. Und Selbstreflexion im Sinne von “habe ich mich in der Situation eigentlich richtig oder falsch verhalten” kann auch nicht stattfinden, weil nicht klar ist, was richtig oder falsch ist.

Es braucht also zusätzlich zur eigenen Einstellung und der Regelung des Miteinanders einen Rahmen, der richtig und falsch definiert.

To be continued …

Lean Startup, MVP, Fußball & wieder zurück – Brücken bauen – Teil 2

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