Ein Thema, das mir immer mal wieder durch den Kopf schwirrt, ist, aus der Vergangenheit für die Zukunft zu lernen.

Wobei ich da auch wieder sehr schnell bei einer positiven Grundeinstellung lande. Und zwar im Sinne der Überzeugung, dass man aus allen Momenten, allem Erlebten und allen Situationen – egal ob positiv oder negativ – für seinen weiteren Weg lernen wird.

Auch wenn es mir in einzelnen Momenten selbst durchaus schwerfällt, diese Überzeugung beizubehalten. Gerade direkt in negativen Situationen, brauche ich häufig ein bisschen Zeit, um das Positive zu sehen – aber in der Regel schaffe ich es. Und das wiederum hilft mir enorm, mit solchen Situationen abzuschließen.

Immer mal die Perspektive wechseln

Ich bin überzeugt davon, dass es dafür wichtig ist

a) immer mal wieder einen Blick nach hinten zu werfen, um sich zu vergewissern, dass man noch in die geplante Richtung geht.

Und b) immer mal wieder die Vogelperspektive ein zu nehmen, um einen Blick aufs große Ganze zu werfen, sich zu orientieren und um ggf. einen neuen Fixpunkt zu suchen.

Zu beiden Punkte habe ich in meinem Kopf sogar ein Bild zum Vergleich:

  • Wandern durch Nebel
  • Klettern auf einen Baum

Der wichtige Blick zurück

Aus allem, was in der Vergangenheit passiert ist, lässt sich lernen. Wichtige Lektionen à la nicht auf die heiße Herdplatte fassen oder Lügen haben kurze Beine. Bestätigung eines in der Vergangenheit erlernten Verhaltens, das sich nun als positiv beweist. Vermeiden von bestimmten Situationen oder Auseinandersetzungen, die in der Vergangenheit passiert sind.

Ein bisschen wie beim Wettkampfsport: wenn ich schon nicht gewonnen habe, habe ich mindestens etwas gelernt.

Wandern durch den Nebel

Dieses Rekapitulieren von vergangenen Ereignissen, das Zurückblicken auf Vergangenes erinnert mich immer an etwas, was uns damals der Wattführer auf Norderney während der Grundschul-Abschlussfahrt eindrucksvoll vorgeführt hat:

Wenn ich im Nebel durch das Watt wandere, somit keinen Fixpunkt habe, auf den ich zugehen kann, und nicht in regelmäßigen Abständen einen Blick zurückwerfe, werde ich unweigerlich im Kreis laufen. Funktioniert auch auf einem Sportplatz mit geschlossenen Augen.

Menschen können ohne Orientierungspunkt maximal 20 Meter geradeaus laufen. Und Zurückblicken schafft einen Orientierungspunkt, wenn vor mir (in der Zukunft) keiner vorhanden ist. Zurückblicken hilft mir dabei, in der Spur zu bleiben.

Wenn ich es nicht tue und somit aus den bisherigen Schritten im Leben nicht die richtigen Schlüsse ziehe – “ah, ich drifte leicht zur Seite ab, obwohl ich geradeaus wollte. Schwenke ich also ein Stück in die andere Richtung” –, bleibe ich mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem Kreislauf gefangen.

Vogelperspektive einnehmen

Zusätzlich zum Zurückblicken braucht es glaube ich immer mal wieder die Vogelperspektive: Aus großer Höhe auf etwas herabblicken, um das große Ganze zu sehen, verschiedene Dimensionen zu erkennen, zu vergleichen und einzuordnen.

Klettern auf den höchsten Baum oder die höchste Erhebung

Habe ich häufig in irgendwelchen Survival-Serien gesehen und ich finde, dass es ein super Bild ist: Was macht man auf unbekanntem Terrain, um sich zu orientieren? Oder auch auf bekanntem Terrain um schauen zu können, was es rundherum zu entdecken gibt? Man sucht sich eine Erhebung oder einen hohen Baum, um seinen Horizont zu erweitern.

Auf unbekanntem Terrain, wenn man zum Beispiel das Gefühl hat sich verlaufen zu haben – war in Zeiten ohne Google Maps vermutlich ein noch besseres Bild –, sucht man aus der Höhe einen neuen Fixpunkt, auf den es sich lohnt zu zugehen.

Auf bekanntem Terrain hilft der Blick von oben auf das große Ganze um seinen Horizont zu erweitern: Was gibt es außerhalb des bekannten Terrains? Ist es dort besser oder einfacher zu leben? Ist das Gras dort grüner? Oder ist das eigene Terrain vergleichsweise schon sehr gut?

Immer mal die Perspektive ändern

Der Blick zurück ist schlicht und einfach wichtig, um aus Vergangenem zu lernen, begangene Fehler nicht zu wiederholen und um auf dem Weg zu bleiben, den man gehen will – oder bewusst ändern will.

Der Blick von oben hat für mich sehr viel damit zu tun, sich bewusst zu machen, wie gut es einem eigentlich geht oder eben etwas Neues zu entdecken, wohin sich eine Reise lohnen könnte, um die eigene Situation zu verbessern.

Verdrängen hilft nicht & das Leben in die Hand nehmen

Was bei mir nahezu 31 Jahre lang gedauert hat, ist zu verstehen, dass ein bloßes Verdrängen von Erlebnissen, also nicht zurück zu schauen, keinen Sinn macht. Auch wenn es kurzfristig manchmal vielleicht der einfachste Weg zu sein scheint.

Es gibt bestimmt auch immer mal Situationen, die man nicht unbedingt mit anderen Menschen teilen muss. Solange man diese Situationen aber vernünftig für sich selbst reflektiert und seine Schlüsse daraus zieht, bringt es einen selbst weiter. Es reicht ja schon ein “das mache ich so nie wieder”. Draus gelernt und fertig. Oder eben; das will ich erreichen – los geht’s. wieder einen Schritt vorwärtsgekommen.

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