Wahlweise auch “der Weg zu einem selbst”. Keine Angst, wird nicht so schlimm, wie es klingt.

Ich glaube, so richtig habe ich angefangen mich mit dem Thema Selbstverwirklichung oder, wie in der Überschrift geschrieben, dem Weg zu mir selbst zu beschäftigen, als wir im Herbst 2017 in Neuseeland waren.

Wie es anfing

Abgesehen davon, dass Neuseeland einfach ein mega cooles Land ist – die sich abwechselnden Landschaft, die Farben in der Natur (irgendwie war da echt alles viel, viel grüner), die ganzen Dinge, die es zu entdecken gab – kamen für mich im Rückblick betrachtet drei besondere Dinge zusammen.

1. Im Moment leben, ohne das große Ganze aus den Augen zu verlieren

Wir hatten uns für Neuseeland einen groben Plan gemacht. Einige würden ihn vielleicht auch als durchaus detailliert bezeichnen – ich mag planen und Excel-Listen bauen. Wir wussten, was wir sehen wollten und hatten uns dafür auch eine grobe Route inklusive der Fahrzeiten via Google Maps gebaut. Hatten u.a. die Fähre schon im Voraus gebucht und drei, vier Camping-Plätze reserviert. Das war unsere Basis, für das große Ganze: Die dreieinhalb Wochen, die wir in Neuseeland zur Verfügung hatten.

Was wir dann an den einzelnen Tagen gemacht haben, war Großteils spontan. Ein Schild, was einen Wasserfall ankündigt? Gucken wir uns an. Ein Traumstrand hinter der letzten Kurve? Angehalten und angeschaut. “Hier ist aber schön – aber eigentlich müssen wir ja noch ein Stück … egal, wir bleiben heute Nacht hier”.

Im Prinzip haben wir mit Blick auf das große Ganze wirklich in die Tage hineingelebt.

2. Ich kann will nicht Alles haben

Während der einzelnen Tage, während der Wochen in Neuseeland ist uns natürlich auch sehr deutlich vor Augen geführt worden, dass wir es niemals schaffen würden, uns Alles anzuschauen. Was durch die Sichtweise auf die Dinge (siehe nächsten Punkt), aber überhaupt kein Problem war.

Ich (man) kann im Leben halt einfach nicht alles haben. Ich bin mittlerweile auch der Meinung, dass ich (man) das auch gar nicht muss oder dass ein Streben danach lohnend ist. Ich fahre deutlich besser, wenn mir bewusst ist, wie glücklich ich mich mit dem schätzen kann, was ich habe. Denn auf der anderen Seite ginge es auch immer wesentlich schlechter.

Nicht falsch verstehen: Man sollte immer nach mehr streben, sein großes Ganzes erweitern und es im Blick haben. Aber die Einsicht niemals wirklich Alles haben zu können oder es zu brauchen, kann sehr befreiend sein. Bescheidenheit, Demut und so.

3. Veränderte Sichtweise – eine positive Einstellung

Dieses “ich will nicht Alles haben” kam in Neuseeland zusammen mit einem Buch, was ich mir vorgenommen hatte, während der Reise zu lesen.

Während ich normalerweise gerne Bücher mit Orks, Drachen, Elfen und sowas oder Dinge über Fußball lese, habe ich mich für Neuseeland darauf eingelassen, mal etwas ganz Anderes zu lesen:

Die Macht der guten Gefühle – wie eine positive Haltung ihr Leben dauerhaft verändert” von Barbara L. Fredrickson.

Auf Fabelwesen hätte ich ja immer noch zurück schwenken können. Bin ich aber nicht – ich kann das Buch nur jedem empfehlen.

In Kurzform:

Gute Gefühle machen uns stärker, gesünder, kreativer – wenn sie im richtigen Verhältnis zu negativen Emotionen stehen. Dreimal mehr positive Emotionen als negative: Das ist die wissenschaftlich erwiesene Formel, die Sie immun macht gegen Krisen und Rückschläge.

Hier jetzt zu schreiben, was das Buch bzw. die einzelnen Aspekte aus dem Buch bei mir alles bewirkt haben, würde sicherlich total ausarten – mache ich vielleicht demnächst mal.

Spoiler: Ich versuche wesentlich positiver durchs Leben zu gehen und den positiven Gefühlen den Vorrang zu geben – was, zugegeben, nicht immer klappt, wie ich kürzlich feststellen musste. Immer mit dem Wissen, dass es gar nicht darum geht, in Allem immer zwanghaft das Positive suchen zu müssen, nein. Es wird im Leben immer Tiefschläge geben, bei denen Trauer oder Wut dazu gehören, sogar wichtig sind, um Dinge zu verarbeiten.

4. Sich eingestehen, was man kann – oder eben auch nicht

Eine Sache möchte ich der Vollständigkeit halber nicht außen vorlassen, weil auch diese Sache ein wichtiger Schritt auf meinem Weg war.

Kurz vor Neuseeland irgendwann habe ich ein Seminar besucht. War eine Fortbildung für Trainer und Vortragende, also so sprechen vor größeren Gruppen, was ich u.a. jobtechnisch mache.

Während des Seminars wurden u.a. ein paar Übungen gemacht, die einem dabei helfen sollten, sich selbst zu finden und sich selbst zu stärken – hier wurde übrigens auch das Buch aus Punkt 3 empfohlen. In einer davon ging es darum – die Methode mochte ich zwar nicht, aber hängen geblieben ist es trotzdem – sich Mantra mäßig selbst zu sagen, wer man ist, was man kann, wie es einem geht und so. Dafür musste ich mir natürlich erstmal überlegen und klar werden, was ich mir selbst erzählen möchte. Kern dessen wurde (und ist bis heute): Ich habe schon ein echt gutes Leben!

Der Weg zu mir selbst – mit allen Facetten

Seit Neuseeland beschäftigt mich das Thema Selbstfindung fast durchgehend, ohne dass ich es zwanghaft vorantreiben muss. Mal Nichts tun, faul sein, schlafen (alles sehr gut für den Kopf) gehört auch dazu.

So nähere ich mich mir selbst immer mehr (was ziemlich komisch klingt, weil ich ja eigentlich immer in meiner Nähe bin – egal) und werde immer mehr ich selbst – was sich sehr gut anfühlt.

Und auch Dissonanzen – wenn man sich diesen bewusst ist und damit umgehen kann – können das Gesamtbild extrem aufwerten. Dazu zum Abschluss eine Gitarren-Metapher:

Who would have ever thought that six strings would have the means to strike this chord.

I still believe this ordinary life can make it through…

Cause nothing else has ever felt so true.

Story of the Year, Never let it go

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