Heute Abend wird unser Junior schon drei Wochen alt – und ich kann es irgendwie kaum glauben.

Nach dem zähen Start mit Krankenhausaufenthalt, sind wir nun gerade mal 16 Tage zuhause. Was die erste Erkenntnis mit sich bringt.

Zeit ist relativ – man muss das Beste daraus machen

Im Krankenhaus ging die Zeit nicht wirklich um, weil es hieß warten, warten, warten. Dass es schwierig war, das Beste aus dieser Zeit zu machen, habe ich schon an anderer Stelle berichtet: Eine Woche Baby-Review.

Die ersten Tage zuhause gingen dann schon etwas schneller um, weil ich die Zeit einfach genießen konnte und einfach alles besser war, als das Krankenhaus – auch wenn ich in der Zeit rückblickend sehr viel gelernt habe (siehe unten).

Mittlerweile rennt die Zeit entweder mit Vollspeed an einem vorbei oder schlendert durch die Gegend, bleibt an jeder Laterne stehen und man muss darauf warten, dass es weitergeht.

Momente, in denen die Zeit rennt:

  • Das Kind liegt vergnügt glucksend irgendwo rum, schaut durch die Gegend und ich starre das kleine Wunder an.
  • Ich trage das Kind mit meinem Papa-Tragetuch durch die Nachbarschaft und kann meinen Urlaub so richtig genießen.
  • Das Kind schläft mittags bei mir auf der Brust.
  • Gemeinsames Essen am Esstisch. Wobei das eher wie bei Zurück in die Zukunft ist: Sobald das Essen auf dem Tisch steht, gibt es einen Zeitsprung, das Baby ist wach und will bespaßt werden. Die Zeit rennt bis zu dem Zeitpunkt, an dem man sich wieder am Esstisch befindet und das Essen kalt ist.

Momente, in denen die Zeit fast stillsteht:

  • Das Baby “weint” zehn Sekunden lang, weil ich beim Windelwechseln nicht schnell genug bin.
  • Das Baby “weint” fünfzehn Sekunden lang, weil ich beim Ausschluss-Prinzip “Hunger, Pipi, liegen oder leicht aufrecht sitzen, …” nicht schnell genug bin.

Lernen, lernen, lernen – aus fast allen Situationen

Mit ein bisschen Abstand zur Zeit im Krankenhaus kann ich mittlerweile auch positiv darauf zurückschauen. Auch wenn solch eine Pillepalle-Situation an sich natürlich nicht toll ist.

Aber alleine im Krankenhaus mitzubekommen, wie die Profis – alle Krankenschwestern, die sich um den Nachwuchs gekümmert haben – mit einem Kleinkind umgehen, hat mir selbst extrem dabei geholfen, meine Berührungsängste zu verlieren.

Ich hatte vorher immer ein bisschen Angst, etwas an dem Kind – oder auch anderen kleinen Kindern – kaputt zu machen, weil sie ja so zerbrechlich sind / wirken. Meistens habe ich früher immer einen guten Grund gefunden, kein Baby auf den Arm nehmen zu müssen: “Ne, die Kleine liegt da doch gerade so friedlich” oder sowas wie “Oh, mit meinem Reisverschluss an der Jacke ist das nicht so gut”.

Mittlerweile hat sich das komplett geändert und ich hatte folgende Erkenntnis:

Babys sind ein bisschen wie Nunchakus*

Man muss mördermäßig aufpassen, wenn man mit einem von beidem nicht umgehen kann. Kann man hingegen mit einem Baby oder Nunchakus umgehen, gibt es kaum etwas Cooleres auf dieser Welt.

Im ursprünglichen Zustand benehmen sich Babys und Nunchakus wie nasse Säcke und hängen einfach nur herum – was bei Babys nicht wirklich gesund ist. Gilt aber auch für bestimmte Bewegungen. Entsprechend muss man aufpassen, wie man das Baby bewegt bzw. sich mit dem Baby bewegt. Gleiches gilt für Nunchakus. Falsche Bewegungen führen also entweder dazu, dass man dem Baby unbewusst weh tut oder sich einen Holzstab vor den Ellbogen knallt. Beides sehr uncool.

Kann man hingegen mit beidem umgehen, macht es extrem viel Spaß und kann per se einfach nur cool aussehen. Übung macht den Meister.

*Nunchakus, diese beiden mit Ketten verbundenen Holzstücke, die man u.a. aus Bruce Lee Filmen kennt.

Übung macht den Meister

Gilt auch für die gemeinsame Reise, die uns mit dem Kleinen bevorsteht: Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Irgendwie muss man sich dem Thema ja nähern und loslegen – nur ist die Option auf halber Strecke umdrehen in diesem Fall keine.

Es gibt keine Regelmäßigkeit

Zumindest nicht in den ersten drei Wochen. Wie häufig wir uns zwischendurch schon angeguckt haben und uns sicher waren, dass sich nun irgendwas in schöner Regelmäßigkeit eingespielt hat, um dann doch einen Tag später festzustellen, dass dem nicht so ist …

Kannst’e nicht planen, wie sich das Kind entwickelt. Was es allerdings auch so spannend und abwechslungsreich macht.

Zwei Babyschritte vor und einen zurück

Es ist echt Wahnsinn, wie sich so ein kleines Wesen innerhalb der ersten Wochen entwickelt und was es alles lernt:

  • Pinkeln ist eine normale Körperfunktion, die einen nicht erschrecken muss.
  • Der Kopf pendelt nicht mehr komplett unkoordiniert durch die Gegend und kann in Bauchlage sogar schon angehoben und eigenständig gedreht werden. Notiz am Rande: Da Junior ja mit 40 + 5 auf die Welt gekommen ist, ist er entwicklungstechnisch schon eher fast vier Wochen alt. Konnte halt in Mamas Bauch schon erste Übungen für die Nackenmuskulatur machen. Meiner Freude an Gitarren- und Schreimusik sei Dank.
  • Die Ärmchen sind keine wild herum baumelnden Enden eines Nunchakus mehr. Können sogar mehr oder minder koordiniert bewegt werden.
  • Die Augen können mittlerweile kurzzeitig Dinge fixieren, viel mehr wahrnehmen – was wiederum den Kopf vor große Herausforderungen stellt, alles zu verarbeiten.
  • Nachts drei bis vier Stunden am Stück schlafen ist auch kein Problem mehr – wenn man denn will.
  • Pinkeln ohne Windel ist viel toller – also wartet man, bis die Windel ab ist und legt dann los.

Kleines Highlight am Rande: Jahreskarte für den Zoo

Was nicht unerwähnt bleiben soll: Wir haben nun den besten aller Gründe, eine Jahreskarte für den Zoo zu haben und immer Tiere gucken gehen zu können, wenn wir darauf Lust haben.

Aktuell können wir sogar noch die Tiere anschauen, auf die wir Lust haben.

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