Auf dem Weg zu mir selbst begegnet mir immer wieder – bewusst und unterbewusst – die Frage, was eigentlich ein gutes Leben ist oder ein solches ausmacht.

Ich glaube nicht, dass es darauf eine allgemeingültige Antwort gibt. Ich glaube viel mehr, dass das in höchstem Maße subjektives Empfinden ist und somit jeder selbst ein Stück weit darüber entscheiden kann, welche Antwort er sich selbst darauf gibt.

Kurzer Spoiler vorab: ich finde mein Leben echt richtig gut! Ob das von außen gesehen auch andere Menschen so sehen? Wer weiß …

Was ich für ein gutes Leben brauche?

Dadurch, dass man aus meiner Sicht selbst ein Stück weit darüber entscheiden kann, wo man sein eigenes Leben auf einer Skala von eins bis zehn einordnet, muss man sich auch selbst darüber klar sein / werden, was einem wichtig ist.

Geld – ohne geht’s halt leider nicht

Geld ist dahingehend ein super Beispiel, weil sich heutzutage a) jeder in irgendeiner Form damit auseinandersetzen muss und b) vermutlich jeder den Zwiespalt nachvollziehen kann, den das Thema mit sich bringt.

Ich verdiene – so mein Selbstverständnis – einen Arsch voll Geld. Um es in Zahlen auszudrücken: Ich bin aktuell bei ca. 60.000,- Euro brutto im Jahr, macht ca. 34.500,- Euro netto – ob das viel ist, muss jeder selbst entscheiden. Für mich ist es das definitiv.

Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V. gehören wir – wenn ich die Familie zusammenreche – zum unteren Teil der einkommensstarken Mitte. Was auch immer genau das bedeutet.

Die genauere Definition in meinem Selbstverständnis von “Arsch voll Geld”, unabhängig von der Zahl an sich, lautet auf jeden Fall:

  • Ich brauche nicht jeden Cent umdrehen (mache es aber gerne; Lipper halt).
  • Wir haben in Hamburg ein cooles Dach über dem Kopf (69 qm & Balkon mit ein bisschen grün vor der nächsten Hauptstraße).
  • Eine gute und ausgewogen Ernährung ist ohne Probleme möglich.
  • Wir können es uns gut mal leisten, in den Urlaub zu fahren oder zu fliegen.
  • Wir konnten ohne Probleme ein Kinderzimmer einrichten – wobei aktuell die Wickelkommode vollkommen ausreichend gewesen wäre.
  • Ich kann in eine private Altersvorsorge einbezahlen.
  • Ich kann außerdem noch monatlich Geld zur Seite legen und sparen.

Wird vielleicht bald noch erweitert.

Trotzdem gibt es in meinem Kopf ein kleines Männchen, was immer mal versucht mir zu sagen “aber mehr Geld, wäre doch noch cooler”. Frei nach dem Motto “Geld kann man doch nie genug haben”.

Und hier kommt der eigene Kopf ins Spiel. Meiner sagt mir mittlerweile schönerweise Sachen wie

  • Was willst du Geizhals denn mit noch mehr Geld?
  • Ein Auto in der Stadt? Fahr Fahrrad oder Bus.
  • Überleg dir mal, wie gut es dir mit dem Geld geht!
  • Du hast jetzt schon Geld übrig, mit dem du coole Sachen machen kannst.
  • Fünf paar Schuhe reichen doch auch locker.

Damit schaffe ich es sehr gut, den Gedanken “aber mehr Geld, wäre doch noch cooler” beiseitezulegen. Ich muss mich nicht über Geld definieren. Also klarer Punkt für ein gutes Leben.

Ein cooler Job

Sicherlich kann man sagen, dass es beim Job in erster Linie darum geht, Geld zu verdienen. Ohne geht es ja halt nicht.

Aber noch cooler wird es natürlich, wenn man dann auch noch sagen kann, dass der Job einen erfüllt, glücklich macht und sowas halt. Auch das kann ich sagen.

Mein Job ist abwechslungsreich, ich kann mich weiterentwickeln und habe gewisse Verantwortungen. In dem Rahmen kann ich außerdem noch der Agentur und den Kollegen helfen voran zu kommen. Es bieten sich jede Menge Möglichkeiten zur eigenen Optimierungen.

Auch das also tip top.

Gesundheit

Natürlich nur bedingt etwas, was ich beeinflussen kann. An dem Teil, den ich beeinflussen kann, arbeite ich aber. Regelmäßig Sport, gute Ernährung sowas.

Und sollte dabei doch mal etwas schief gehen, bin ich guter Dinge, damit klar zu kommen.

Also: check.

Familie & Freunde

Ich bin jetzt nicht der Mensch, der einen riesigen Freundeskreis hat oder sich tagtäglich mit anderen Menschen trifft, um zu schnacken oder einfach um unter Leute zu gehen. Mir geht’s da eher um die Qualität der Beziehungen.

Egal wie groß das soziale Umfeld nun sein mag; wichtig ist, dass man sich wohl fühlt, sein kann, wer man will und so akzeptiert wird, wie man ist.

Kann ich auch einen Haken dran machen.

Zeit für sich

Wichtig finde ich auch, dass man sich Zeit für sich nimmt. Ob man nun einfach auch mal faul ist und seinen Gedanken nachhängt oder sich Zeit zum Lesen, Gitarre spielen, Fußball schauen nimmt, … die ganze Zeit nur durchs Leben hetzen, bringt glaube ich auch nichts.

Bewusstsein: von nichts kommt nichts

Für das Selbstbewusstsein und das Selbstverständnis ist es glaube ich sehr wichtig, dass man sich bewusst ist, niemals perfekt sein zu können bzw. sein zu müssen. Seine Macken hat jeder und das ist vollkommen in Ordnung. Das bietet einem die Möglichkeit, an seinen Schwächen und seiner eigenen Unwissenheit zu arbeiten.

Warum das für ein gutes Leben wichtig ist? Weil man nur so merkt, dass man sich weiterentwickelt und vorwärtskommt.

Genauso wichtig ist aus meiner Sicht ein gesundes Verständnis dafür, dass man sich bestimmte Dinge erarbeiten muss. Es ist ein bisschen wie beim Geld: Sein eigenes Geld gibt man mit einem anderen Bewusstsein aus als Geld, was man einfach ohne Gegenleistung geschenkt bekommt. Dinge, die ich mir selber erarbeitet und entwickelt habe, kann ich viel stärker wertschätzen, was ein Stück weit glücklich macht.

… und bestimmt noch viel mehr Dinge

Hier fehlen wahrscheinlich noch etliche Dinge, die ich zusätzlich aufführen könnte. Mache ich vielleicht demnächst mal.

Hier ist gerade allerdings jemand wach geworden, um den sich gekümmert werden will. Und ich habe Hunger und freue mich auf ein Mittagsschläfchen.

Also schnelles Fazit:

Sich bewusst machen, wie gut das Leben ist

Was neben den materiellen Dingen und der eigenen Sichtweise aus meiner Sicht total wichtig ist, ist sich immer wieder bewusst zu machen, was man an vielen Orten der Welt für ein privilegiertes Leben hat. Und das schon nahezu automatisch mit Geburt. Es ginge definitiv auch anders. Da spielt Demut also auch eine wichtige Rolle.

Wenn man es schafft, den Kopf in die richtige Richtung zu lenken, dann kann nahezu kommen was will und es bleibt trotzdem ein richtig gutes Leben. Die meisten Dinge sind halt Kopfsache.

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