In Zeiten von Fridays for Future, aber auch schon seit dem G20-Gipfel letzten Sommer in Hamburg und der Greenpeace-Aktion “Planet Earth First” sowie dem ziemlich eingängigen “There is no Planet B”-Slogan habe ich mir viele Gedanken zum Thema Umweltschutz gemacht bzw. zu meinem eigenen Beitrag dazu – natürlich hätte ich damit in dieser Art und Weise lieber schon einige Jahr früher angefangen, aber besser spät als nie.

Die folgende Auflistung gibt es aus vier Gründen:

  • Ich will mir klarer darüber werden, was ich eigentlich schon für den Umweltschutz tue, um einordnen zu können, wo ich beim Thema stehe.
  • Mich selbst damit zwingen, mehr zu tun.
  • Vielleicht Ideen liefern, von denen auch andere profitieren können.
  • Ich mir einbilde, dass die Erde schon ein ganzes Stück besser dran wäre, wenn es alle mindestens so halten würden, wie ich.

Was ich für die Umwelt tue:

Verzicht auf ein Auto

Ich habe bewusst kein Auto, weil ich das in meiner Situation in Hamburg für Quatsch halte. Ich kann prima alles mit dem Fahrrad erledigen, die öffentlichen Verkehrsmittel nehmen oder im Notfall auf einen Car-Sharing-Dienst zurückgreifen.

Für längere Reisen nutze ich primär die Bahn.

Potenziale:

Aktuell nutzen wir für Fahrten in die Heimat eigentlich immer einen Mietwagen, weil das mit Kind und Kegel bequemer ist und wir flexibler sind.

Fliegen tue ich ab und an auch – beruflich oder privat in den Urlaub.

Später hoffe ich darauf, dass Elektro-Autos erschwinglich sind und die Herstellung der Batterien sich nicht noch als Schuss in den Ofen erweist.

Grüner Strom & grünes Gas

Ich achte darauf, bei Strom- und Gasverträgen nur Öko-Tarife auszuwählen, selbst wenn ich dafür ein bisschen mehr bezahlen muss.

Potenziale:

Mal nachschauen, ob das gerade Geschriebene überhaupt sinnvoll ist. Machen Ökotarife Sinn? Kann ich durch ein bisschen mehr Geld bezahlen irgendwelche negativen Effekte auf die Umwelt mindern? Ich habe aktuell keine Ahnung. Ökotarife machen aus meiner Sicht halt einfach Sinn.

Später sicherlich schauen, im Idealfall ohne fossile Energiequellen auszukommen.

Einkäufe & auf die Ernährung achten

Wir achten beim Einkaufen von Lebensmitteln darauf, möglichst viele unverpackte (regionale?) Dinge aus dem Bioladen um die Ecke zu kaufen oder am Samstag auf den Ökowochenmarkt.

Wir versuchen unseren Fleischkonsum a) möglichst zu reduzieren – auf zwei oder drei Mahlzeiten plus mal Aufschnitt oder Salami – und b) kaufen wir Fleisch mittlerweile fast ausschließlich beim Demeter-Metzger auf dem Wochenmarkt. Da geben wir gerne etwas mehr aus, wissen dann aber wofür. Durch die Mehrausgaben wird praktischerweise der Konsum auch noch weiter eingegrenzt.

Wir versuchen vor allem saisonale Dinge zu kaufen.

Wir versuchen bestmöglich auf Dinge wie Palmöl zu verzichten.

Da ich unter der Woche eh selten frühstücke bzw. da meistens keine Lust zu habe, schaffe ich es ganz gut ein Intervall-Fasten durchzuziehen. Sprich sechzehn Stunden am Stück nichts zu essen, die anderen acht Stunden dafür ganz normal. Was gleichzeitig dazu führt, dass wir weniger Lebensmittel brauchen. Ob nun Placebo-Effekt oder nicht: ich fühle mich damit gut.

Wir versuchen immer nur so viel wie nötig und so wenig wie möglich einzukaufen sowie keine Lebensmittel wegzuschmeißen.

To go gibt es bei uns auch so gut wie gar nichts. Schon gar nicht in Einwegbechern.

Potenziale:

Sicherlich einige. Aber im ersten Schritt sicherlich noch konsequenter bei den oben geschriebenen Dingen werden.

Irgendwann mal ein eigener kleiner Garten für Gemüse und sowas.

Reduzierung von Verpackungsmüll

Wir kaufen, bis auf Minus-L Milch, keine Tetra Paks mehr, sondern nur noch Glasflaschen. Plastikflaschen – dann auch Pfandflaschen – nur in Ausnahmefällen.

Für den Einkauf versuchen wir immer eigene Beutel dabei zu haben, um keine Papier- oder Plastiktüten aus dem Supermarkt nehmen zu müssen.

Potenziale:

Sicherlich auch einige. Auf Plastik(müll) zu verzichten ist aber gar nicht so einfach.

Nachtrag:

Geschlagene zehn Minuten, nachdem ich diesen Beitrag veröffentlicht habe, bin ich zum Essen machen in die Küche gegangen. Und habe die frischen Nudeln vom Markt aus der Plastiktüte genommen und zweierlei Pesto aus Plastikschälchen auf den Tisch gestellt … läuft.

Nachtrag zum Nachtrag:

Beim Marktbesuch am Samstag waren wir bestens mit Tupper ausgestattet – bis dann die nette Bedienung beim Feinkostwagen nach der Tupper-Dose fürs “Geschenk zum Naschen” fragte … also nächstes Mal eine Dose extra auf gut Glück mitnehmen

Jährlicher CO2-Ausgleich

Ich habe damit angefangen, meinen CO2-Fußabdruck durch eine jährliche Spende bei Atmosfair auszugleichen. Zugegeben: Für 2018 habe ich es das erste Mal gemacht.

Potenziale:

Den Fußabdruck regelmäßig auszugleichen, aber vor allem einfach den CO2-Fußabdruck weiter zu verringern.

Energiesparen

Wir achten darauf, die üblichen Tipps zum Energiesparen umzusetzen:

  • Die Heizung nicht auf drei hochdrehen.
  • Räume nicht komplett auskühlen zu lassen.
  • Stoßlüften.
  • Licht nur solange brennen lassen, wie es notwendig ist.
  • Abschaltbare Steckerleisten benutzen.

Potenziale:

Sicherlich auch noch viele Kleinigkeiten.

Rohstoffe einsparen

Beim Kauf von Taschentüchern, Küchenpapier etc. achten wir darauf, Recycling-Produkte zu kaufen – wobei das bei Taschentüchern nicht einfach ist, weil die recycelten häufig etwas muffig riechen … #firstworldproblems.

Unsere Einkaufszettel schreiben wir auf alte Briefumschläge, die man halt so bekommt.

Für Junior benutzen wir neben Einwegwindeln, die machen das Leben halt echt einfach bequemer, Küchentücher zum sauber und trocken machen. Wobei da die recycelten Rollen, bei denen ein großes Tuch in zwei kleine geteilt ist, doppelt so lange halten, wie die herkömmlichen Rollen. Recht einfache Mathematik.

Potenziale:

Sicherlich auch noch einige.

Und nun? Frust macht sich breit.

Kurz nachdem ich die Seite hier veröffentlicht habe, habe ich den Gedanken, dass das ja nicht allzu viel ist. Ich dachte, wir würden schon mehr tun.

Aber ist es wirklich wenig? Aktuell denke ich mir, zumindest schon einmal besser als Nichts …

Der eigene CO2-Fußabdruck

Mittlerweile habe ich mal den CO2-Fußabdruck-Rechner vom WWF gefragt, wie der meine bzw. unsere Bemühungen so einschätzt, u.a. um die anfänglich frustrierende Einschätzung zu validieren.

Das (durch mich bereinigte) Ergebnis: Wirklich gar nicht so schlecht. Ich lande bei 7,21 Tonnen CO2 pro Jahr, was laut WWF unterhalb des weltweiten Durchschnitts liegt.

Das wirklich Ergebnis: 13.83 Tonnen CO2 pro Jahr, was über dem deutschen Durchschnitt liegt und bedeutet, wir bräuchten eigentlich 3,35 Erden, wenn die ganze Weltbevölkerung “auf so großem Fuße leben würde” (Zitat vom WWF-Rechner).

Aktuell will ich es irgendwie noch nicht so wirklich wahrhaben, dass es doch so viel ist – obwohl es nur durch ein bescheuertes Thema (unsere Reise nach Neuseeland) bedingt ist – und entsprechenden Optimierungsbedarf gibt…

Ich fühle mich beim folgenden Satz zwar selbst bescheuert, aber so denkt es gerade mein Kopf: Du machst schon recht viel, sagt ja auch das selbst-bereinigte Ergebnis, da kann man auch mal um die halbe Welt fliegen.

Das bereinigte Ergebnis also reine Selbstverarsche? Da muss ich bei mir selbst noch Überzeugungsarbeit leisten. Die gesamte Geschichte des Rechner-Selbstversuchs gibt es hier: Mein CO2-Fußabdruck – (eigentlich) gar nicht so schlecht.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.