Ich habe letztens von Lucien Favre (Trainer Borussia Dortmund) in einem Interview den folgenden Satz gehört: “Wenn ich pro Tag eine Sache [über mich] lerne, dann war es ein guter Tag”.

Wenn ich dem Satz folge, habe ich das Soll für den heutigen Tag erfüllt. Denn ich habe gelernt, dass ich Blumen kaufen kann, wenn es sein muss – und gleichzeitig noch einen weiteren Schritt gemacht, mit Unwissenheit und Schwächen umzugehen.

Blumen kaufen für Dummies

Was kann es für einen besseren Grund geben, erstmals Blumen zu kaufen, als den ersten Muttertag? Und das noch zusammen mit dem Wissen, dass Nina niemals damit rechnen würde – was die Überraschung umso toller machen würde.

Den Besuch beim Bäcker also schnell mit einem Abstecher in den Blumenladen erweitert. Mein Plan äußerte sich in einem wohl vorgetragenen “ich hätte gerne einen schönen kleinen Blumenstrauß mit Tulpen [die stehen häufiger bei uns] und Nichts was allergische Reaktionen auslöst”. So weit so gut, das war ziemlich einfach. Sicheres Auftreten bei totaler Ahnungslosigkeit halt. Vor meinem inneren Auge sah ich die Verkäuferin losgehen, ein schönes Sträußchen binden und Ende.

Allerdings hatte ich die Rechnung ohne die geduldige Verkäuferin und die Blumenwelt gemacht: Von der Verkäuferin bekam ich als Antwort einen wissenden Blick – ah, der Typ hat keine Ahnung – und ein “Tulpen gibt es jetzt nicht mehr”. Was in mir kurzzeitig einen Fluchtgedanken ausgelöst hat, aber ich konnte mich zusammenreißen.

“Aktuell gibt es Pfingstrosen oder wahlweise …” setzte die Verkäuferin an und machte eine weit ausladende Geste durch den Laden. Was ich gekonnt mit einem “Pfingstrosen sind super” konterte, um schnellstmöglich vom Glatteis zu bekommen.

Aber nicht mir ihr: “Was magst du denn ausgeben?”, setzte sie unbarmherzig nach. Mein Gestotter konnte sie Gott sei Dank interpretieren und führte mich zum Blumensträuße-für-Dummies-Tisch: “Sowas hier bekommst du für 7,- Euro, sowas hier für 12,- oder den Großen hier dann für 20,- Euro …” – “der für 12,- Euro ist doch super” und dann (endlich) ging die Verkäuferin los, um ein schönes Sträußchen zu binden. Natürlich nicht ohne mir vorher mit einem weiteren Blick war doch gar nicht so schwer zu verstehen zu geben.

Wenn die wüsste …

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