Der Moment, indem ich hiermit – ich weiß noch nicht einmal, wie ich das Ding hier nennen werde oder soll – anfange, ist ein halbwegs normaler Sonntagmorgen. Ich war schon Brötchen holen und hocke nun auf dem Sofa. Stehe alle drei Minuten auf, um Tauben vom Balkon zu jagen und tippe diesen Beitrag herunter, ohne aktuell zu wissen, ob er jemals veröffentlich wird.

Halbwegs normaler Sonntagmorgen.

Halbwegs normaler Sonntagmorgen? Es ist der erste Sonntagmorgen, an dem ein kleiner frisch geschlüpfter Erdenbürger selig schlummernd im Schlafzimmer steht 🙂 Der die erste wirklich Herausforderungen für den Tag schon blubbernd angekündigt hat – eines der vielen Dinge, bei denen ich bis vor Kurzem nie daran gedacht hätte, mich damit auseinandersetzen zu wollen / müssen.

Wo wir beim Thema sind: Warum dieser Blog?

Drölf Gründe – vielleicht sogar mehr.

Achtung: Ich habe das Gefühl, dass das hier jetzt ganz schön lang werden könnte.

Der kleine Mann – natürlich sagt es jeder, aber: das süßeste Baby der Welt – ist jetzt acht Tage alt. Diese acht Tage haben in den unterschiedlichsten Facetten so viel in mir ausgelöst und so viel losgetreten – sozusagen der Stein des Anstoßes.

Ich lerne nie aus – und will es auch nicht.

Ich habe irgendwann in meinen Mittzwanzigern schonmal die Erkenntnis gehabt, dass ich mich sehr gerne mit Dingen beschäftige, die meinen aktuellen Horizont überfordern – und davon gibt es in der heutigen Welt einfach so Viele.

Bestes Beispiel dafür sind Bücher bzw. deren Inhalt. Gerade lese ich “21 Lektionen für das 21. Jahrhundert“. Sehr spannend, mit extrem vielen Denkanstößen – und die Hälfte der Inhalte verstehe ich nicht.

Aber: Ein zentraler Punkt des Buches ist der folgende Absatz:

Die vorangegangenen Kapitel haben einen Überblick über einige der wichtigsten Probleme und Entwicklungen der heutigen Zeit gegeben, von der überschätzten Bedrohung durch den Terror bis zur unterschätzten Gefahr der technologischen Disruption. Wenn Sie [damit meint Yuval Noah Harari mich] dabei das dumpfe Gefühl nicht losgeworden sind, dass Ihnen das alles zu viel ist und Sie das alles nicht verarbeiten können, dann haben Sie absolut recht. Niemand kann das.

“21 Lektionen für das 21. Jahrhundert”, Yuval Noah Harari

Nebenbemerkung: Das Kind läuft gerade über.

Zurück zum Punkt: Die heutige Welt ist viel zu komplex, als dass sie ein einzelner Mensch in seiner Gänze verstehen könnte.

Die einzige Konstante ist die stetige Veränderung. Und wenn ich mit der Welt in der wir leben Schritt halten möchte, braucht es mal mindestens zwei Dinge:

  1. Die Einsicht (der erste Schritt zur Besserung), dass ich schon ein Stück weit strohdoof bin – wenn man sich die Dimensionen des heutigen Wissens genauer betrachtet.
  2. Die Erkenntnis, dass das nichts Schlimmes ist – man lernt halt nie aus. Wie sagt man so schön, der Weg ist das Ziel.

Also, immer weiter dazulernen.

Selbstreflexion ist wichtig – reicht mir aber nicht

Ich bilde mir ein, dass ich beim Thema Selbstreflexion gar nicht so schlecht bin – ich würde gerne singen können, kann es aber nicht und das ist okay. Beweis genug, oder? Ich mache es trotzdem ab und an.

Ich schaffe es schon ganz gut, mich über Selbstreflexion weiter zu entwickeln, denn eine vernünftige Selbstreflexion halte ich in meiner Weisheit von bald 32 Jahren für extrem wichtig.

Zusätzlich möchte ich aber nicht außer Acht lassen, dass ein Mensch alleine nie so schlau sein kann, wie viele Menschen zusammen. Entsprechend wichtig ist es mir (geworden), meine Gedanken mit anderen Menschen zu teilen und ggf. auch zu diskutieren.

Die Angst, etwas Doofes zu sagen

Besonders schwer fällt mir das allerdings bei Themen, über die ich meiner Meinung nach echt wenig Ahnung habe – und Bammel davor habe, etwas Doofes zu sagen.

Ein kleiner Auszug dieser Themen:

  • Politik,
  • Terror,
  • Weltwirtschaft,
  • weltpolitische Lage,
  • Religion(en),
  • Altersvorsorge,
  • Klimaschutz,
  • Einwanderungspolitik,
  • Wahlen (egal ob Europawahl oder “nur” die Bürgerschaftswahl in Hamburg)

Dinge im Vergleich, über die ich gerne Spreche und bei denen ich mir einbilde, ein bisschen Ahnung zu haben:

  • Fußball – mit Fußballschauen konnte ich bis vor Kurzem ganze Wochenenden verbringen
  • Online-Marketing – mein Job.

Bei dem Vergleich merke vermutlich nicht nur ich selbst, dass bei den wichtigen Themen viel Luft nach oben ist.

Schreiben (vermutlich auch Reden) hilft.

Ich habe in der Vergangenheit schon häufiger gemerkt, dass es mir und meinem teils etwas wirrem Kopf hilft, Gedanken runter zu schreiben, um sie zu ordnen und um neuen Platz im Kopf zu schaffen.

Quasi einmal das Beet umgraben, damit neues Zeug wachsen kann.

Vielleicht kann ich selbst etwas Schlaues schreiben …

… und jemand anderem einen coolen Gedanken mitgeben, der etwas auslöst.

So zumindest geht es mir bei Büchern oder häufig auch in Gesprächen. Und wenn ich das selbst auch schaffen könnte, würde mich das sehr freuen – mindestens gibt es Platz und Raum zum Diskutieren.

Warum meine Gedanken also nicht in einem Blog festhalten?

Gehen wir es also an.

Allerdings nicht jetzt direkt – erstmal kommt die Hebamme zu Besuch, dann gibt es Frühstück und ab 13.00 Uhr kommt an einem halbwegs normalen Sonntag Fußball – vermutlich irgendein Spiel der Premiere League. Dann folgt die Bundesliga und um 17.30 Uhr spielt Manchester United gegen die Tottenham Hotspurs. Und nach dem Abendessen ist zum Ausklang des Sonntags auf LaLiga verlass.

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