In meinem sich zum Ende neigenden Baby-Urlaub habe ich mich ja viel mit diesem Blog beschäftigt und damit gab es auch große Schnittmengen zu meinem Job. Damit einher ging dann der immer mal aufkeimende Gedanke “jetzt beschäftigst du dich schon wieder mit Job-Themen. Mach doch mal was anderes. Du hast Urlaub. Work-Life-Balance und so”.

Wo ich das so schreibe: Ne, macht doch Spaß und bringt mich weiter. Also: weitermachen.

Das Konzept “Work-Life-Balance”

Das Konzept ist heutzutage vermutlich ein Stück weit überholt. Es gibt ja einfach immer mehr Jobs, die eng(er) ans Privatleben gekoppelt sind.

Natürlich gibt es noch massig Berufe, wo man morgens hin und abends zurückgeht. Und zwar im Sinne von morgens “Job-Modus an” und abends “Job-Modus aus”.

Stelle ich mir zum Beispiel bei Jobs – hier schwingt keinerlei Wertung mit – wie Lagerist, Stahlarbeiter oder Fließbandarbeiter vor. Da ist es aber auch schwer(er), die Tätigkeit nach Feierabend mit nach Hause zu nehmen und sich nach Feierabend weiter sinnhaft mit dem Job zu beschäftigen.

Wenn dann noch starre Hierarchien hinzukommen, die verhindern, dass man sich mit Ideen etc. einbringen kann, spricht das denke ich noch mehr für Job-Modus an und aus. Alles andere wäre vermutlich auch zu frustrierend.

Dann ist der Job vermutlich wirklich etwas zum bloßen Geld verdienen. Aber ohne geht’s im Leben ja nicht.

Apropos Fließband & Job-Modus

Nach meinem Jahr als Zivi und vor bzw. während meines Studiums habe ich genau das gemacht. Ich hatte einen Job in einem Laden für Spritzgiesstechnik und habe ganze Schichten damit verbracht, Teile von einem Fließband aus- und wegzusortieren.

Oder auch sehr beliebt: acht Stunden lang an einer Maschine sitzen und immer wieder

  • Tür der Maschine auf.
  • Heißes Teil entnehmen (heiße Kartoffeln machen meinen Fingern so gar nichts mehr aus).
  • Parallel schon das Werkzeug parat halten und dann zwei neue Schräubchen ins Werkzeug einlegen.
  • Tür zu.
  • Startknopf drücken.
  • Warten.
  • Und alles von vorne

Durchaus acht Stunden lang. 

Situationen nehmen, wie sie kommen – und das Beste daraus machen

Rückblickend will ich die Erfahrung nicht missen. Ich glaube, dass man aus allem Erlebten lernen und das für die eigene Weiterentwicklung nutzen kann. 

Ich habe coole Menschen kennengelernt und vor allem gelernt, dass man aus Situationen einfach das Beste herausholen muss – dann sind “sogar” so eintönige Tätigkeiten gar nicht schlecht.

Spielerisch mit etwas umzugehen bietet sich immer an:

  • Schnellste Zeit pro Teil.
  • Möglichst viele Teile hintereinander in einer Zeit zwischen 31 und 32 Sekunden (man könnte sogar die Millisekunden sehen!).
  • Einlegen der Schrauben mit der linken Hand – das (ver)braucht Zeit, bis das richtig läuft.

Humor und Späße…

… helfen auch immer: “Du musst die Luft anhalten, wenn die Tür der Maschine auf ist. Durchs Atmen wird das Werkzeug zu doll abgekühlt”. War natürlich nicht so, aber für alle anderen schon. Und für einen selbst auch, wenn man es schafft, sich nicht so ernst zu nehmen.

Mein aktueller “Job”

In meinem aktuellen Job als Online-Marketing-Berater ist es natürlich deutlich abwechslungsreicher.

Aber nichtsdestotrotz bringt mir das Gelernte “Situationen nehmen, wie sie kommen – und das Beste daraus machen” sowie “Mit Humor wird alles cooler” auch jetzt jede Menge.

Abgesehen davon habe ich den riesigen Vorteil, dass ich mich im Job viel mit Dingen auseinander setzen kann, die mich auch privat beschäftige.

Mich selbst weiterentwickeln. Anderen (hoffentlich) helfen. Lernen, lernen, lernen. Content erschaffen und die Wirkung nachvollziehen. Ab und an mal ein bisschen was programmieren. Sowas halt.

Kampf der Generationen?

Ich habe es in den letzten Jahren auch immer mehr erlebt, dass sich – gerade die jüngere Generation, was sehr komisch klingt, wenn ich das schreibe – auch außerhalb des Jobs mit denselben Themen beschäftigt: “Habe ich am Wochenende kurz gemacht”.

Bei Teilen der älteren Generationen – und ich habe die Phase definitiv auch gehabt – merkt man hingegen häufiger die Anstrengung, Job und Privatleben voneinander zu trennen: “Das habe ich sogar in meiner Freizeit gemacht”.

Work-Life-Balance: den eigenen Weg finden.

Abgesehen davon, dass ich früher den Gedanken “Arbeit” und “Privatleben” müssen strikt getrennt sein auch hatte, gibt es jetzt auch immer noch Phasen, wo ich Zuhause nichts mit der Arbeit zu tun haben will. Nicht einmal drüber nachdenken. Ein bisschen Abstand gewinnen.

Muss letztendlich jeder handhaben, wie er es möchte und für sich braucht. Vollkommen in Ordnung. Hängt auch nur in Teilen mit dem Alter oder den unterschiedlichen Generationen zusammen.

Eingeprägt – habe ich auch mal irgendwo gelesen – hat sich bei mir, dass man im Leben eigentlich nur zwei Arten von Hobbys braucht:

Eins zum Geldverdienen. Und andere Hobbys zum Abschalten und runterkommen.

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